HNO Gemeinschaftspraxis Dr. med. Irmtraud Fink-Schneider und Dr. med. Karl-Heinz Fink

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Tinnitus Drucken E-Mail
Der Begriff Tinnitus aurium ( lat. "das Klingeln der Ohren") meint ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, die keine äußeren für andere Personen wahrnehmbare Quelle besitzen.
Die Anatomie des Ohres

Abzugrenzen ist der viel seltenere "objektive Tinnitus", der von einer außen wahrnehmbaren oder messbaren körpereigenen Quelle ausgelöst wird (z.B. Gefäßmissbildungen, Störungen der Ohrtrompete).

Tinnitus kann als Brumm- oder Pfeiffton, Zischen, Rauschen, Knacken oder Klopfen auftreten. Er kann in seiner Intensität gleichbleibend, schwankend oder rhythmisch-pulsierend sein.

Wir unterscheiden nach der Dauer des Tinnitus 3 Phasen: 

  • akuter Tinnitus ( bis 3 Monate)
  • subakuter Tinnitus (bis 6 Monate)
  • chronischer Tinnitus (länger als 6 Monate)

Unterschieden werden kann aber auch nach topologischen Gesichtspunkten unterscheiden. So können die Ursachen ausserhalb des Ohres zu suchen sein, es kann eine Störung der Schallübertragung vorliegen, eine Störung der Regulierung des Innenohrdrucks, eine Störung der biochemischen Zusammensetzung der Innenohrflüssigkeit, eine Funktionssstörung der äußeren Haarzellen, Störungen bei Umsetzung von mechanischer in elektrischer Aktivität und deren Weiterleitung, sowie Störungen im Gehirn.

Gelingt es, den Tinnitus durch entsprechende Diagnostik einer solchen Struktur zuzuordnen, reichen die Therapiemöglichkeiten von der chirurgischen bis zur unterschiedlichsten medikamentösen Therapie.

Ähnlich wie beim Hörsturz kommen beim akuten Tinnitus Infusionstherapie, oral durchblutungsfördernde Medikation, mit oder ohne Cortisongabe und weitere Therapieansätze in Frage.

Eine medikamentöse Therapie des chronischen Tinnitus scheint nicht sinnvoll.

Erwähnenswert ist noch die Tinnitus-Retraining-Therapie, wobei eine Habituation, eine Gewöhnung an das Ohrgeräusch angestrebt wird. Diese Therapie beruht auf 3 Säulen:

  1. Beratung: beim sog. Tinnitus-counseling erfährt der Betroffene in einer Art Unterricht mehr über seine Erkrankung, was zum Abbau von Ängsten führen soll.
  2. Anpassung eines Noisers: dies ist ein kleiner, dem Hörgerät ähnlicher Apparat, der unterschwellig in der Intensität angenehme Geräusche (Plätschern eines Baches) auf das Ohr gibt. Das Geräusch soll nicht verdecken, da sonst die angestrebte Gewöhnung ausbleibt.
  3. psychologische Betreung